Wie bekomme ich Luft aus der Saugleitung?

Wie bekomme ich Luft aus der Saugleitung?

Katharina Wall ·
Luftblasen in einem transparenten Schlauchstück einer landwirtschaftlichen Güllepumpe mit verwittertem Metallgehäuse und Armaturen.

Luft aus der Saugleitung bekommt man heraus, indem man die Pumpe kurz stoppt, den höchsten Punkt der Leitung öffnet oder eine vorhandene Entlüftungsschraube löst, bis Flüssigkeit austritt, und die Öffnung dann wieder verschließt. Bei Exzenterschneckenpumpen reicht oft ein kurzes manuelles Befüllen der Saugleitung vor dem Anlauf, um den nötigen Unterdruck aufzubauen. Die folgenden Abschnitte gehen auf die häufigsten Ursachen, den genauen Ablauf und mögliche Folgeschäden ein.

Warum saugt meine Pumpe trotz voller Leitung nicht an?

Eine Pumpe, die trotz scheinbar voller Saugleitung nicht ansaugt, hat in den meisten Fällen einen Lufteinschluss in der Leitung oder im Pumpengehäuse selbst. Selbst eine kleine Luftblase an der höchsten Stelle der Saugleitung reicht aus, um den Unterdruck zu unterbrechen und den Förderfluss vollständig zu stoppen. Die Pumpe dreht, fördert aber nichts.

Exzenterschneckenpumpen sind besonders empfindlich gegenüber diesem Problem, weil sie auf einen kontinuierlichen Flüssigkeitsfilm zwischen Rotor und Stator angewiesen sind. Fehlt dieser Film durch einen Lufteinschluss, läuft die Pumpe trocken, was innerhalb weniger Minuten zu Schäden am Stator führen kann. Dass die Pumpe „nicht saugt“, ist also oft kein mechanisches Problem, sondern ein hydraulisches.

Häufige Auslöser in der Praxis sind ein zu hoher Saughub (die Pumpe muss Flüssigkeit über eine zu große Höhe ansaugen), eine undichte Verbindung an der Saugleitung oder einfach ein Leerfahren der Leitung nach dem letzten Betrieb. Auch ein verstopftes Einlaufsieb kann dazu führen, dass die Pumpe mehr Luft als Medium zieht.

Wie entlüfte ich eine Saugleitung Schritt für Schritt?

Das Entlüften einer Saugleitung läuft in wenigen gezielten Schritten ab: Pumpe stoppen, Entlüftungspunkt am höchsten Leitungsabschnitt öffnen, Flüssigkeit nachfüllen oder warten, bis Medium nachläuft, Öffnung schließen und Pumpe erneut starten. Dieser Ablauf gilt für die meisten Pump- und Förderanlagen in der Landwirtschaft und Biogastechnik.

  1. Pumpe ausschalten und gegen unbeabsichtigtes Wiedereinschalten sichern.
  2. Den höchsten Punkt der Saugleitung lokalisieren. Dort sammelt sich Luft zuverlässig.
  3. Entlüftungsschraube oder Entlüftungsventil an diesem Punkt langsam öffnen, bis Flüssigkeit austritt und keine Luft mehr entweicht.
  4. Öffnung wieder dicht verschließen.
  5. Ist keine Entlüftungsöffnung vorhanden, Saugleitung über eine Einfüllöffnung mit Medium befüllen, bis die Leitung vollständig gefüllt ist.
  6. Pumpe starten und kurz beobachten, ob der Förderstrom gleichmäßig anläuft.

Bei Exzenterschneckenpumpen der B-Serie empfiehlt sich vor dem Erststart oder nach längerer Standzeit grundsätzlich ein manuelles Vorbefüllen des Pumpengehäuses. Das schützt Rotor und Stator vor Trockenlauf und sorgt dafür, dass die Pumpe sofort anläuft, ohne sich erst durch eine Luftsäule arbeiten zu müssen.

Welche Ursachen führen immer wieder zu Lufteinschlüssen?

Wiederkehrende Lufteinschlüsse in der Saugleitung haben meistens strukturelle Ursachen: fehlerhafte Leitungsführung, undichte Verbindungen oder ein zu großer Saughub. Wer das Problem immer wieder hat, sollte die Anlage systematisch auf diese Punkte prüfen, statt nur symptomatisch zu entlüften.

Eine häufige Fehlerquelle ist die Leitungsgeometrie. Saugleitungen sollten möglichst ohne Bögen nach oben verlegt sein, die als Luftfallen wirken. Steigt die Leitung an einer Stelle an und fällt dann wieder ab, bleibt dort Luft stehen, die sich nicht selbst entleert. Solche Hochpunkte lassen sich oft durch eine andere Leitungsführung oder das Nachrüsten eines Entlüftungsventils beheben.

Undichte Verbindungen sind eine weitere häufige Ursache. Selbst eine kleine Undichtigkeit an einer Kupplung oder einem Flansch reicht aus, damit die Pumpe beim Betrieb Luft zieht, ohne dass Flüssigkeit sichtbar austritt. Wasser oder Gülle läuft nicht nach innen aus, aber Luft zieht die Pumpe trotzdem an. Dichtungen, Schlauchschellen und Flanschverbindungen sollten deshalb regelmäßig auf festen Sitz geprüft werden.

Ein zu großer Saughub, also eine zu hohe geodätische Differenz zwischen Flüssigkeitsspiegel und Pumpe, überfordert die Saugleistung der Pumpe und führt dazu, dass Luft in den Flüssigkeitsstrom gerissen wird. Für die meisten Exzenterschneckenpumpen gelten Richtwerte für den maximalen Saughub, die im technischen Datenblatt angegeben sind.

Was passiert, wenn Luft dauerhaft in der Saugleitung bleibt?

Dauerhafter Lufteinschluss in der Saugleitung führt zum Trockenlauf der Pumpe, was bei Exzenterschneckenpumpen schnell zu irreparablen Schäden am Stator führt. Darüber hinaus entstehen Kavitation, starke Vibrationen und ein ungleichmäßiger Förderstrom, der die gesamte Anlage belastet.

Der Stator einer Exzenterschneckenpumpe besteht aus einem elastischen Werkstoff, der auf einen dünnen Schmierfilm durch das geförderte Medium angewiesen ist. Läuft die Pumpe ohne diesen Film, erhitzt sich der Stator innerhalb kurzer Zeit stark. Das Material quillt auf, verhärtet oder reißt. In der Praxis reichen wenige Minuten Trockenlauf aus, um einen Stator dauerhaft zu beschädigen, was einen kostspieligen Austausch nach sich zieht.

Kavitation tritt auf, wenn der Unterdruck in der Saugleitung so groß wird, dass das Medium lokal verdampft. Die entstehenden Dampfblasen kollabieren beim Eintritt in die Druckseite der Pumpe schlagartig und erzeugen dabei kurze, intensive Druckspitzen. Das führt zu Materialabtrag an Rotor und Gehäuse sowie zu charakteristischen Klopfgeräuschen, die oft als erstes Warnsignal wahrgenommen werden.

Wann sollte ich die Saugleitung auf Dichtheit prüfen?

Die Saugleitung sollte immer dann auf Dichtheit geprüft werden, wenn die Pumpe wiederholt nicht anläuft, unruhig fördert oder auffällig laut wird. Darüber hinaus empfiehlt sich eine Sichtprüfung aller Verbindungen zu Beginn jeder Saison und nach jedem längeren Stillstand.

Eine einfache Methode zur Dichtheitsüberprüfung ist der Druckabfalltest: Saugleitung mit Wasser befüllen, verschließen und für einige Minuten stehen lassen. Fällt der Wasserspiegel oder sinkt der Druck, gibt es eine undichte Stelle. Alternativ lässt sich die Leitung mit leichtem Überdruck beaufschlagen und mit Seifenwasser auf austretende Luft prüfen, was besonders bei Leckagen an Kupplungen und Flanschen zuverlässig funktioniert.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen flexible Schlauchverbindungen, die durch UV-Strahlung, Frost oder mechanische Belastung spröde werden. Risse im Schlauch sind von außen oft kaum sichtbar, öffnen sich aber unter dem Unterdruck der Pumpe und lassen Luft einziehen. Schläuche mit sichtbaren Rissen oder Verhärtungen sollten ohne Zögern ausgetauscht werden.

Auch nach Reparatur- oder Umbauarbeiten an der Anlage ist eine Dichtigkeitsprüfung sinnvoll, bevor die Pumpe wieder in Betrieb genommen wird. Neu montierte Verbindungen können sich beim ersten Betrieb setzen und müssen nachgezogen werden.

Wie die B-Serie Saugpumpe von APT bei Problemen mit der Saugleitung hilft

Viele der beschriebenen Probleme lassen sich durch eine gut konstruierte Pumpe deutlich entschärfen. Die B-Serie Saugpumpe von APT Allgäuer Pumpen Technik ist speziell für den Einsatz in Landwirtschaft und Biogasanlagen entwickelt worden und adressiert die typischen Schwachstellen direkt:

  • Großzügige Wartungsöffnungen ermöglichen schnellen Zugang zum Pumpeninneren, sodass Entlüftungsarbeiten ohne großen Aufwand möglich sind.
  • Mehrere Schrauböffnungen für Sensorik oder Ablassmöglichkeiten erleichtern das gezielte Entlüften an der richtigen Stelle.
  • Die robuste, modulare Bauweise reduziert das Risiko undichter Verbindungen durch hochwertige Materialien und präzise gefertigte Flansche.
  • Hohe Energieeffizienz und eine unempfindliche Konstruktion gegenüber Fremdkörpern sorgen für stabilen Betrieb auch bei wechselnden Substraten.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre aktuelle Pumpe für Ihre Anlage optimal ausgelegt ist oder wenn Probleme mit Lufteinschlüssen und Trockenlauf immer wiederkehren, lohnt sich ein direktes Gespräch. Nehmen Sie Kontakt auf und schildern Sie Ihre Situation, damit APT eine passende Lösung empfehlen kann.

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