Gülle mit einer Saugpumpe richtig auszubringen bedeutet: die Pumpe korrekt an die Saugleitung anschließen, die Ausbringmenge an die Schlauchkapazität und Fahrgeschwindigkeit anpassen und sicherstellen, dass die Pumpe weder Luft zieht noch durch Fremdkörper blockiert wird. Für Landwirte, die Gülle direkt vom Behälter auf das Feld fördern, ist die Exzenterschneckenpumpe die am häufigsten eingesetzte Bauart, weil sie auch dickflüssige und feststoffhaltige Gülle gleichmäßig fördert. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Praxisfragen rund um den Einsatz einer Güllepumpe im Feldbetrieb.
Welche Saugleistung braucht eine Güllepumpe für den Feldeinsatz?
Eine Güllepumpe für den Feldeinsatz sollte eine Saugleistung von mindestens 30 bis 60 Kubikmetern pro Stunde erreichen, abhängig von der Schlauchlänge, dem Schlauchdurchmesser und der Konsistenz der Gülle. Bei Rindergülle mit hohem Trockenmassegehalt oder langen Schlauchstrecken über 100 Meter sind höhere Förderleistungen notwendig, um Druckverluste auszugleichen.
Die Saugleistung hängt direkt von der Drehzahl der Pumpe, der Rotorgröße und dem Gegendruck in der Leitung ab. Wer einen Güllefass-Schlauchwagen betreibt, muss die Pumpenleistung auf die Fahrgeschwindigkeit des Schleppers abstimmen, damit die Gülle gleichmäßig und ohne Unterbrechungen ausgebracht wird. Eine zu schwache Pumpe führt zu Druckabfall und ungleichmäßiger Verteilung; eine überdimensionierte Pumpe verschleißt Stator und Rotor schneller als nötig.
Für die meisten landwirtschaftlichen Betriebe mit Fässern zwischen 10.000 und 20.000 Litern liegt die praxistaugliche Saugleistung bei 40 bis 80 Kubikmetern pro Stunde. Bei Schlauchanlagen mit Verteilwagen gelten andere Werte, weil der Druckaufbau über lange Schlauchstrecken die Pumpe stärker belastet.
Wie funktioniert eine Exzenterschneckenpumpe beim Gülleausbringen?
Eine Exzenterschneckenpumpe fördert Gülle durch das Zusammenspiel eines spiralförmigen Metallrotors und eines elastischen Stators. Der Rotor dreht sich exzentrisch im Stator und erzeugt dabei wandernde Hohlräume, die das Medium kontinuierlich und pulsationsfrei von der Saug- zur Druckseite transportieren. Diese Bauweise eignet sich besonders für Gülle, weil sie Feststoffe, Stroh und Fasern toleriert, ohne zu verstopfen.
Im Feldbetrieb wird die Pumpe über die Zapfwelle des Schleppers angetrieben. Die Drehzahl der Zapfwelle bestimmt die Förderleistung: mehr Drehzahl bedeutet mehr Volumenstrom. Der Vorteil gegenüber Kreiselpumpen liegt darin, dass die Exzenterschneckenpumpe auch bei niedrigen Drehzahlen einen konstanten Druck aufbaut und selbstansaugend arbeitet, also keine Vorfüllung der Saugleitung benötigt.
Weil der Stator aus Gummi besteht, reagiert er empfindlich auf Trockenlauf. Läuft die Pumpe ohne Fördermedium, überhitzt der Stator innerhalb weniger Minuten und wird dauerhaft beschädigt. Deshalb muss die Saugleitung vor dem Einschalten der Pumpe vollständig mit Gülle gefüllt oder zumindest benetzt sein.
Welche Fehler entstehen beim Anschließen der Saugleitung?
Der häufigste Fehler beim Anschließen der Saugleitung ist ein undichter Übergang zwischen Schlauch und Pumpeneingang, durch den die Pumpe Luft zieht und keine ausreichende Saugwirkung aufbaut. Weitere typische Fehler sind eine zu lange oder zu enge Saugleitung, falsch sitzende Dichtungen und ein zu tief eingetauchtes Saugrohr, das Schlamm und Sedimente ansaugt.
Konkret sollte die Saugleitung so kurz wie möglich gehalten werden, weil jeder zusätzliche Meter Schlauchlänge den Saugwiderstand erhöht. Ein Nenndurchmesser, der kleiner ist als der Pumpeneingang, drosselt die Förderleistung spürbar. Schlauchkupplungen müssen mit intakten Dichtringen montiert werden; gerissene oder gequetschte Dichtringe sind eine häufige Ursache für Lufteintrag, der sich durch unregelmäßigen Förderfluss und Geräusche in der Pumpe bemerkbar macht.
Beim Eintauchen des Saugrohrs in den Güllebehälter sollte der Abstand zum Behälterboden mindestens 20 bis 30 Zentimeter betragen, damit keine Bodensedimente angesaugt werden, die den Stator beschädigen könnten. Ein Sieb oder Grobfilter am Saugrohrende schützt die Pumpe zusätzlich vor größeren Fremdkörpern wie Steinen oder Holzresten.
Wie stellt man die Ausbringmenge einer Saugpumpe richtig ein?
Die Ausbringmenge einer Saugpumpe lässt sich über die Zapfwellendrehzahl des Schleppers regulieren. Eine höhere Drehzahl erhöht den Volumenstrom; eine niedrigere Drehzahl reduziert ihn. Wer die gewünschte Menge pro Hektar kennt, kann die Förderleistung der Pumpe mit der Fahrgeschwindigkeit des Schleppers abstimmen, um eine gleichmäßige Verteilung zu erzielen.
Praktisch geht man so vor: Zuerst die Förderleistung der Pumpe bei einer bestimmten Zapfwellendrehzahl messen, indem man die Füllmenge des Fasses mit der benötigten Ausbringzeit vergleicht. Dann die Fahrgeschwindigkeit so anpassen, dass die Menge pro Hektar dem betrieblichen Ziel entspricht. Viele Güllefässer haben heute Durchflussmessgeräte, die diesen Abgleich erleichtern.
Bei Schlauchanlagen mit GPS-gestützter Mengenregelung übernimmt ein Steuergerät die Anpassung automatisch. Ohne diese Technik ist eine regelmäßige Kontrolle der Ausbringmenge durch Wiegen oder Volumenmessung sinnvoll, weil Verschleiß an Stator und Rotor die Förderleistung über die Zeit verringert, ohne dass dies äußerlich sofort sichtbar ist.
Was sollte man nach dem Gülleausbringen an der Pumpe warten?
Nach jedem Einsatz sollte die Pumpe mit Wasser durchgespült werden, um Güllereste aus dem Stator, dem Rotor und den Leitungen zu entfernen. Gülle, die in der Pumpe eintrocknet, kann den Stator verkleben und beim nächsten Start zu erhöhtem Anlaufwiderstand oder Beschädigungen führen.
Zusätzlich zum Spülen empfiehlt sich eine Sichtkontrolle der Wellendichtungen und Lagerungen. Feuchtigkeit oder Ölspuren an der Wellenabdichtung deuten auf einen beginnenden Dichtungsschaden hin, der sich rasch ausweitet, wenn er nicht behoben wird. Die Kardanwelle zwischen Zapfwelle und Pumpe sollte auf Verschleiß an den Kreuzgelenken geprüft und regelmäßig abgeschmiert werden.
Bei häufigem Einsatz lohnt es sich, nach jeder Saison die Anzugsmomente der Gehäuseschrauben zu kontrollieren und die Druckleitung auf Risse oder Porosität zu prüfen. Pumpen, die über Winter stillstehen, sollten mit einem Frostschutzgemisch gespült werden, damit keine Wasserreste im Pumpengehäuse einfrieren und das Gehäuse beschädigen.
Wann lohnt sich der Austausch von Stator oder Rotor?
Ein Austausch von Stator oder Rotor lohnt sich, wenn die Förderleistung der Pumpe bei gleicher Drehzahl spürbar nachlässt, ungewöhnliche Geräusche auftreten oder die Pumpe beim Anlaufen deutlich mehr Kraft benötigt als gewohnt. Diese Symptome zeigen an, dass das Spiel zwischen Rotor und Stator durch Verschleiß zu groß geworden ist und die Pumpe nicht mehr effizient abdichtet.
In der Praxis verschleißt der Stator aus Elastomer schneller als der Metallrotor, weil er dem Abrieb durch Feststoffe in der Gülle direkt ausgesetzt ist. Wird nur der Stator getauscht, ohne den Rotor zu prüfen, kann ein bereits abgenutzter Rotor den neuen Stator schneller verschleißen als erwartet. Deshalb empfiehlt sich eine gemeinsame Kontrolle beider Teile, auch wenn zunächst nur eines davon sichtbar beschädigt ist.
Wer die Ausbringmenge regelmäßig misst, erkennt Leistungsverluste früh, bevor sie zu Ausfällen im laufenden Betrieb führen. Ein Stator, der noch 80 Prozent seiner ursprünglichen Förderleistung bringt, kann in der Regel noch eine Saison weitergenutzt werden; fällt die Leistung unter 70 Prozent, ist ein Wechsel wirtschaftlich sinnvoll, weil der erhöhte Energieverbrauch die Ersatzteilkosten schnell übersteigt.
Wie die B-Serie Saugpumpe von APT beim Gülleausbringen hilft
Die B-Serie Saugpumpe von APT Allgäuer Pumpen Technik ist speziell für den Einsatz in der Gülletechnik entwickelt worden und adressiert die typischen Schwachstellen, die in den vorigen Abschnitten beschrieben wurden:
- Robuste, modulare Bauweise mit großzügigen Wartungsöffnungen, die den Stator- und Rotortausch im Feld erleichtern
- Unempfindlichkeit gegenüber Fremdkörpern und Feststoffen in der Gülle, was Verstopfungen und ungeplante Ausfälle reduziert
- Lebensdauergeschmierte Nadellager und hochwertige Kugellagersysteme für dauerhaft zuverlässigen Betrieb auch bei wechselnden Substraten
- Hohe Energieeffizienz durch optimiertes Rotor-Stator-Spiel, das den Kraftstoffverbrauch am Schlepper niedrig hält
- Made in Germany mit schnellem Zugriff auf Ersatzteile direkt vom Hersteller, sodass Ausfallzeiten in der Ausbringungssaison kurz bleiben
Wer konkrete Fragen zur Pumpenauswahl, zur passenden Baugröße für sein Güllefass oder zum Ersatzteilbedarf hat, findet beim APT-Team kompetente Beratung. Nehmen Sie Kontakt mit APT auf und schildern Sie Ihre Anforderungen, damit Sie die passende Lösung für Ihren Betrieb erhalten.
