Wenn eine Saugpumpe plötzlich nicht mehr ansaugt, liegt das in den meisten Fällen an einem Druckverlust durch undichte Verbindungen, verschlissene Dichtungen oder einen defekten Stator. Das Problem tritt bei Exzenterschneckenpumpen in der Gülle- und Biogastechnik häufig auf und lässt sich mit einer gezielten Fehlersuche meist schnell eingrenzen. Die folgenden Abschnitte gehen die häufigsten Ursachen durch und zeigen, wie man systematisch vorgeht.
Woran liegt es, wenn eine Saugpumpe keinen Unterdruck aufbaut?
Eine Saugpumpe baut keinen Unterdruck auf, wenn die Abdichtung zwischen Saugseite und Atmosphäre unterbrochen ist oder wenn der interne Fördermechanismus nicht mehr ausreichend abdichtet. Bei Exzenterschneckenpumpen bedeutet das konkret: Entweder gelangt Luft über undichte Verbindungen in das System, oder das Zusammenspiel zwischen Stator und Rotor hat durch Verschleiß so viel Spiel entwickelt, dass kein ausreichender Druckunterschied mehr entsteht.
Beide Szenarien führen zum gleichen Symptom, haben aber unterschiedliche Ursachen und erfordern unterschiedliche Maßnahmen. Deshalb lohnt es sich, vor dem Austausch von Teilen zunächst systematisch zu prüfen, wo genau das Problem liegt.
Was sind die häufigsten Ursachen für einen Saugverlust?
Die häufigsten Ursachen für einen Saugverlust bei einer Saugpumpe sind undichte Schlauch- oder Rohrverbindungen, defekte Wellendichtungen, ein verschlissenes Stator-Rotor-Paar sowie verstopfte oder beschädigte Ventile oder Schieber. Gerade bei Güllepumpen kommen faserige Feststoffe oder Sand und Kies hinzu, die Ventile blockieren oder Dichtflächen beschädigen können.
Im Einzelnen zeigen sich folgende Fehlerquellen besonders häufig:
- Lose oder undichte Rohrverbindungen auf der Saugseite, durch die Luft eindringt
- Eine verschlissene Gleitringdichtung, die nicht mehr zuverlässig abdichtet
- Ein abgenutzter Stator aus Elastomer, der durch Abrasion, chemische Einwirkung oder thermische Belastung seine ursprüngliche Geometrie verloren hat
- Ein verschlissener, korrodierter oder beschädigter Rotor mit verringertem Außendurchmesser
- Verstopfungen im Saugbereich durch Fremdkörper oder faserhaltige Medien
- Fehlerhafte Drehrichtung nach einem Motorwechsel oder einer Reparatur
Bei Biogasanlagen kommt gelegentlich ein weiterer Faktor hinzu: Gaseinschlüsse im Medium können den Durchfluss erheblich reduzieren, weil Gasphasen den Vakuumaufbau negativ beeinflussen und durch das Gas Kavitation entsteh.
Wie lässt sich der Fehler systematisch eingrenzen?
Den Fehler bei einer Pumpe, die nicht mehr ansaugt, grenzt man am effizientesten ein, indem man zuerst die Saugseite auf Leckagen prüft, dann die Drehrichtung kontrolliert und anschließend den mechanischen Zustand von Stator und Rotor bewertet. Dieses Vorgehen vom Einfachen zum Aufwendigen spart Zeit und vermeidet unnötige Demontagen.
Schritt 1: Saugleitung und Verbindungen prüfen
Zuerst am Manometer den Druck ablesen, dann alle Flanschverbindungen und Übergänge auf der Saugseite sorgfältig inspizieren. Selbst kleine Undichtigkeiten reichen aus, um den Unterdruck zusammenbrechen zu lassen. Leckagen entdeckt man am besten, wenn die Leitungen mit Wasser oder Druckluft beaufschlagt werden. Ist das nicht möglich, können einzelne Stellen der Rohrleitung mit Wasser benetzt werden. Ist ein Leck vorhanden, entstehen am Ausströmort kleine Luftblasen – ähnlich wie bei einem defekten Fahrradschlauch.
Schritt 2: Drehrichtung und Antrieb kontrollieren
Eine Exzenterschneckenpumpe fördert nur in einer Richtung. Nach einem Motorwechsel oder einer Phasenumkehr läuft sie gegebenenfalls verkehrt herum und saugt nicht an. Die Drehrichtung am Wellenende prüfen und ggf. einen Elektriker hinzuziehen. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass die Drehzahl im vorgesehenen Bereich liegt.
Schritt 3: Stator und Rotor begutachten
Wenn Verbindungen und Drehrichtung in Ordnung sind, lohnt eine Sichtprüfung des Stator-Rotor-Paars. Den Stator auf Risse, Quellung oder Ablösung des Elastomers prüfen. Der Rotor sollte gleichmäßig glatt sein; Rillen oder sichtbarer Materialabtrag deuten auf Verschleiß hin. Lässt sich der Rotor im Stator mit geringem oder keinem Widerstand bewegen, ist keine Vorspannung mehr vorhanden.
Wann müssen Stator oder Rotor ausgetauscht werden?
Stator oder Rotor einer Exzenterschneckenpumpe müssen ausgetauscht werden, wenn das Spaltmaß zwischen beiden Bauteilen so groß ist, dass kein ausreichender Druckaufbau mehr möglich ist. Sichtbare Zeichen sind tiefe Rillen im Rotor, Risse oder Quellung im Statorgummi sowie ein deutlich spürbares Spiel beim manuellen Drehen des Rotors.
Praktisch zeigt sich ein notwendiger Austausch auch daran, dass die Pumpe zwar läuft und sich dreht, aber selbst bei kurzen Saughöhen keine Förderleistung bringt. Wer die Pumpe öffnet und den Stator abzieht, kann den Rotor direkt auf Verschleiß begutachten. Ein neuer Stator sollte sich mit spürbaren Widerstand auf den Rotor drehen lassen; geht er ohne jeden Widerstand darüber, ist der Pumpsatz verschlissen.
Erfahrungsgemäß muss beim ersten Tausch nur der Stator und erst beim zweiten Austausch das Rotor-Stator-Paar getauscht werden.
Für Saugpumpen der B-Serie stehen passende Ersatzteile direkt beim Hersteller zur Verfügung, was die Beschaffung erheblich vereinfacht.
Welche Maßnahmen beugen einem erneuten Ansaugproblem vor?
Einem Ansaugproblem beugt man am wirksamsten vor, indem man die Saugleitung bei großen Saughöhen vor Inbetriebnahme mit Wasser füllt. Alternativ kann die Pumpe kurz rückwärts betrieben werden, um die Leitung zu füllen und Luft aus der Leitung zu verdrängen um die Wassersäule herzustellen. Einem erneuten Ansaugproblem während des Betriebs beugt man am wirksamsten vor, indem man den Druck kontinuierlich überwacht.
Konkret helfen folgende Maßnahmen:
- Rohrleitungen und Verbindungen regelmäßig auf Alterung und Risse prüfen und bei Bedarf ersetzen
- Stator und Rotor (Pumpsatz) nach Betriebsstunden beurteilen, weil Laufzeit aber auch das Fördergut den Verschleiß bestimmen
- Pumpe nie trocken anlaufen lassen, da Trockenlauf den Stator innerhalb von Minuten zerstört
- Gleitringdchtung bei größeren Demontagen prüfen, da sie nach dem Öffnen selten wieder zuverlässig abdichten
- Medium auf Feststoffgehalt, Druck und Temperatur im vorgesehenen Bereich halten, um mechanischen Angriff auf das Elastomer zu minimieren
Wer die Pumpe über den Winter außer Betrieb nimmt, sollte sie vollständig entleeren und mit Wasser durchspülen, damit eingedicktes Medium nicht die Startschwierigkeiten der nächsten Saison verursacht.
Wie APT bei Saugproblemen weiterhilft
APT Allgäuer Pumpen Technik unterstützt Landwirte und Biogasbetreiber, wenn eine Pumpe nicht mehr ansaugt, mit konkreten Lösungen statt allgemeiner Beratung. Das Unternehmen hält ein umfangreiches Ersatzteillager für Exzenterschneckenpumpen vor und liefert passende Komponenten kurzfristig.
- Stator- und Rotor-Ersatzteile für eigene APT-Pumpen sowie für Pumpen der Hersteller von Wangen, Netzsch und Vogelsang
- Gleitringdichtungen, Kardangelenkwellen und weitere Verschleißteile aus einem Lager mit breiter Verfügbarkeit
- Technische Beratung zur Fehlerdiagnose, damit das richtige Teil auf Anhieb bestellt wird
- Schnelle Lieferung, um Ausfallzeiten so kurz wie möglich zu halten
Bei einem konkreten Ansaugproblem oder Fragen zur richtigen Ersatzteilauswahl hilft das APT-Team direkt weiter. Einfach über das Kontaktformular melden oder anrufen.
