Gülle lässt sich mit einer Saugpumpe ausbringen, indem die Pumpe die Flüssigkeit direkt aus der Grube oder dem Behälter ansaugt und über einen Schlauch oder eine Rohrleitung zum Fass oder Verteiler fördert. Das funktioniert am zuverlässigsten, wenn Pumpentyp, Anschluss und Betriebsbedingungen aufeinander abgestimmt sind. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Technik, Betrieb und Pflege von Güllesaugpumpen.
Welche Saugpumpe eignet sich am besten für Gülle?
Für die Gülleausbringung eignet sich die Exzenterschneckenpumpe besonders gut, weil sie auch dickflüssige, feststoffhaltige Gülle schonend und gleichmäßig fördert. Anders als Kreiselpumpen arbeitet sie mit einem kontinuierlichen Förderprinzip ohne starke Druckspitzen, was den Verschleiß reduziert und eine konstante Förderleistung ermöglicht. Für dünnere Gülle mit geringem Feststoffanteil können Kreiselpumpen ausreichend sein.
Die Wahl hängt vor allem von der Beschaffenheit der Gülle ab. Rindergülle mit hohem Trockensubstanzgehalt, Gülle mit Stroh- oder Silageresten sowie Substrate aus Biogasanlagen stellen höhere Anforderungen an die Pumpe als dünne Schweinegülle. Exzenterschneckenpumpen der B-Serie sind für genau diese Anforderungen ausgelegt und lassen sich als Saug-, Einpress- oder Dosierpumpe einsetzen.
Für den mobilen Einsatz am Güllefass sollte die Pumpe außerdem robust genug für den Außeneinsatz sein und sich einfach an Zapfwelle oder Hydraulik anschließen lassen. Wer Gülle mit dem Güllewagen ausbringt, findet mit der F-Serie Saugpumpe eine speziell für den mobilen Gülletransport konzipierte Lösung.
Wie wird eine Saugpumpe für die Gülleausbringung korrekt angeschlossen?
Eine Güllesaugpumpe wird saugseitig mit der Güllegrube oder dem Behälter verbunden und druckseitig an das Fass oder die Verteilleitung angeschlossen. Alle Verbindungen müssen dicht sein, und die Saugleitung sollte so kurz und gerade wie möglich verlaufen, um Druckverluste zu vermeiden.
Vor dem Anschluss sollte geprüft werden, ob alle Dichtungen und Kupplungen in einwandfreiem Zustand sind. Undichte Stellen auf der Saugseite lassen Luft in das System eintreten und verschlechtern die Saugleistung erheblich, ohne dass der Fehler auf den ersten Blick erkennbar ist.
Der Ansaugschlauch sollte vollständig in die Gülle eintauchen und nicht zu nah am Boden liegen, damit keine Steine oder groben Feststoffe angesaugt werden. Ein Vorfilter oder Grobsieb an der Saugöffnung schützt die Pumpe vor Beschädigungen. Auf der Druckseite muss die Leitung für den erwarteten Betriebsdruck ausgelegt sein, und Absperrventile sollten so positioniert sein, dass die Pumpe bei Bedarf schnell entlastet werden kann.
Welche Faktoren beeinflussen die Saugleistung bei Gülle?
Die Saugleistung einer Güllepumpe wird vor allem durch die Viskosität der Gülle, die Länge und den Durchmesser der Saugleitung sowie die geodätische Saughöhe bestimmt. Je dickflüssiger die Gülle und je länger der Weg bis zur Pumpe, desto geringer fällt die tatsächlich erreichbare Förderleistung aus.
Konkret spielen folgende Punkte eine Rolle:
- Trockensubstanzgehalt der Gülle: Hohe Feststoffanteile erhöhen den Strömungswiderstand und belasten die Pumpe stärker.
- Saughöhe: Jeder Meter, den die Pumpe die Gülle nach oben ziehen muss, reduziert den verfügbaren Unterdruck. Mehr als vier bis fünf Meter Saughöhe sind für die meisten Pumpen problematisch.
- Schlauchdurchmesser: Ein zu enger Schlauch erzeugt hohe Strömungswiderstände. Der Durchmesser sollte zum Fördervolumen der Pumpe passen.
- Temperatur: Sehr kalte Gülle im Winter ist zähflüssiger und lässt sich schwerer fördern.
- Lufteinschlüsse: Luft in der Saugleitung unterbricht den Flüssigkeitsfluss und kann die Pumpe zum Abreißen bringen.
Wer die Saugleistung optimieren möchte, sollte die Saugleitung so kurz wie möglich halten, auf ausreichend große Schlauchdurchmesser achten und die Gülle vor der Ausbringung nach Möglichkeit aufrühren, um eine gleichmäßigere Konsistenz zu erzielen. Für die Durchmischung in der Grube bieten sich ergänzend Tauchpumpen mit Rührfunktion an, die das Substrat vor dem Ansaugen homogenisieren.
Was tun, wenn die Saugpumpe keine Gülle zieht?
Wenn eine Güllesaugpumpe keinen Saugdruck aufbaut oder die Förderung abbricht, liegt das meistens an einem Lufteinschluss in der Saugleitung, einer undichten Verbindung oder einem verstopften Ansaugbereich. Diese Ursachen lassen sich in den meisten Fällen ohne großen Aufwand beheben.
Als erster Schritt empfiehlt sich eine Sichtprüfung aller Kupplungen und Schlauchverbindungen auf der Saugseite. Schon eine kleine undichte Stelle reicht aus, um den Unterdruck zusammenbrechen zu lassen. Danach sollte geprüft werden, ob die Saugleitung vollständig mit Flüssigkeit gefüllt ist. Ist sie leer oder enthält sie Luftblasen, muss die Pumpe entlüftet werden, bevor sie wieder anspringt.
Weitere häufige Ursachen sind:
- Verstopfter Vorfilter oder Grobsieb am Ansaugpunkt
- Zu hohe Saughöhe für den aktuellen Betriebszustand
- Verschlissener Stator oder Rotor bei Exzenterschneckenpumpen, der den Druckaufbau verhindert
- Abgeknickte oder gequetschte Saugleitung
- Falsche Drehrichtung der Pumpe nach einem Anschluss- oder Reparaturwechsel
Lässt sich das Problem durch diese Prüfschritte nicht lösen, sollten die Verschleißteile der Pumpe — vor allem Stator und Rotor — auf ihren Zustand geprüft werden. Ein abgenutzter Stator verliert seine Dichtwirkung und kann keinen ausreichenden Unterdruck mehr erzeugen. Passende Ersatzteile sowie fachkundige Unterstützung bei der Diagnose bietet APT Allgäuer Pumpentechnik auch für Pumpen anderer Hersteller wie Wangen, Netzsch und Vogelsang.
Wie pflegt und wartet man eine Güllesaugpumpe richtig?
Eine Güllesaugpumpe sollte nach jedem Einsatz mit Wasser gespült, regelmäßig auf Verschleiß geprüft und in festen Wartungsintervallen auf Dichtheit und Funktion kontrolliert werden. Konsequente Pflege verlängert die Lebensdauer erheblich und verhindert teure Ausfälle in der Ausbringungssaison.
Nach dem Einsatz sollte die Pumpe vollständig mit klarem Wasser durchgespült werden, damit keine Gülle im Inneren antrocknet oder korrosive Rückstände hinterlässt. Besonders bei Frost muss die Pumpe anschließend vollständig entleert werden, um Frostschäden zu vermeiden.
Zu den regelmäßigen Wartungsaufgaben gehören:
- Sichtprüfung aller Dichtungen und Kupplungen vor und nach dem Einsatz
- Kontrolle des Stators auf Verschleiß (Risse, Verhärtung, Verformung)
- Prüfung des Rotors auf Abrieb und Oberflächenschäden
- Schmierung der Kardangelenke gemäß Herstellervorgabe
- Kontrolle der Schraubenverbindungen am Pumpengehäuse
Stator und Rotor sind die zentralen Verschleißteile einer Exzenterschneckenpumpe. Wie schnell sie verschleißen, hängt stark von der Beschaffenheit der Gülle und der Betriebsintensität ab. Wer diese Teile rechtzeitig tauscht, vermeidet den schleichenden Leistungsverlust und hält die Pumpe dauerhaft im optimalen Betriebszustand.
Wie APT bei der Gülleausbringung mit Saugpumpen hilft
Die APT Allgäuer Pumpentechnik GmbH bietet Landwirten und Biogasanlagenbetreibern eine direkte Anlaufstelle für Pumpen und Ersatzteile rund um die Gülletechnik. Das Angebot umfasst:
- Exzenterschneckenpumpen der B-Serie und F-Serie als Saug-, Einpress- und Dosierpumpen für unterschiedliche Güllekonsistenzen und Einsatzbedingungen
- Ein umfangreiches Ersatzteillager mit Statoren, Rotoren, Kardangelenken und Dichtungen, auch für Pumpen von Wangen, Netzsch und Vogelsang
- Fachkundige Beratung zur Pumpenauswahl und zur richtigen Dimensionierung für den jeweiligen Betrieb
Wer unsicher ist, welche Pumpe für den eigenen Betrieb passt, oder wer Ersatzteile für eine bestehende Anlage benötigt, kann direkt Kontakt aufnehmen und sich unverbindlich beraten lassen.
