Eine Saugpumpe für weite Förderstrecken benötigt in der Regel einen Förderdruck zwischen 6 und 20 bar, abhängig von Leitungslänge, Rohrdurchmesser, Höhenunterschied und Viskosität des Mediums. Bei Gülle oder Gärsubstrat aus Biogasanlagen liegt der tatsächliche Druckbedarf oft deutlich höher als bei Wasser. Die folgenden Abschnitte erklären, wie sich dieser Wert berechnen lässt, welche Fehler häufig auftreten und wann zusätzliche Aggregate sinnvoll sind.
Wie wird der benötigte Förderdruck für eine Saugpumpe berechnet?
Der Förderdruck einer Saugpumpe ergibt sich aus der Summe aller Druckverluste entlang der Förderleitung zuzüglich des statischen Höhenunterschieds zwischen Pumpe und Ziel. Für eine erste Abschätzung addiert man den geodätischen Druckanteil (Höhe in Metern multipliziert mit 0,1 bar pro Meter), den Reibungsverlust in der Rohrleitung sowie die Verluste durch Bögen, Armaturen und Übergänge.
Der Reibungsverlust hängt stark vom Rohrdurchmesser und der Strömungsgeschwindigkeit ab. Bei zu kleinem Durchmesser steigt der Druckverlust überproportional: Eine Halbierung des Durchmessers vervierfacht den Reibungswiderstand bei gleicher Fördermenge. Als Richtwert gilt eine Strömungsgeschwindigkeit von 1 bis 2 m/s für dünnflüssige Medien; bei zäheren Substanzen wie Gülle oder Gärsubstrat sollte man eher 0,5 bis 1 m/s ansetzen.
Für eine konkrete Berechnung empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
- Geodätische Höhe in Metern bestimmen und mit 0,1 bar multiplizieren.
- Rohrlänge und Nenndurchmesser festlegen, Reibungsverlust über Druckverlustdiagramme oder Formeln (z. B. Darcy-Weisbach) ermitteln.
- Verluste durch Bögen und Armaturen als Äquivalenzlänge addieren.
- Einen Sicherheitszuschlag von 10 bis 20 Prozent auf den Gesamtwert aufschlagen.
Wer diesen Schritt überspringt und eine Pumpe nach Bauchgefühl auswählt, riskiert entweder eine dauerhaft überlastete Pumpe oder eine, die die Förderstrecke schlicht nicht überwindet. Eine sorgfältige Pumpenauslegung durch erfahrene Fachleute kann hier bares Geld sparen.
Welche Druckwerte sind bei weiten Förderstrecken realistisch?
Bei Förderstrecken ab 200 Metern Länge bewegen sich die erforderlichen Druckwerte für Saugpumpen in der Gülletechnik typischerweise zwischen 6 und 16 bar. Sehr lange Strecken ab 500 Metern oder mit größeren Höhenunterschieden können Drücke von 20 bar und mehr erfordern.
Exzenterschneckenpumpen sind für solche Anforderungen gut geeignet, weil sie einen gleichmäßigen, pulsationsarmen Volumenstrom erzeugen und konstruktionsbedingt hohe Differenzdrücke aufbauen können. Die Druckfestigkeit hängt dabei von der Anzahl der Stufen ab: Einstufige Ausführungen erreichen meist 6 bis 12 bar, mehrstufige Pumpen bis zu 24 bar oder mehr.
Folgende Faktoren bestimmen den realistischen Druckbedarf bei langen Leitungen maßgeblich:
- Leitungslänge und Rohrdurchmesser (längere Strecke und kleinerer Querschnitt erhöhen den Druckverlust)
- Höhenunterschied zwischen Pumpe und Zielort
- Anzahl der Richtungsänderungen und Absperrarmaturen
- Viskosität und Feststoffgehalt des Fördermediums
Bei der APT B-Serie Saugpumpe lässt sich der Druckbereich durch die Wahl der Stufenzahl gezielt an die jeweilige Förderstrecke anpassen. Für zapfwellenbetriebene Anwendungen in der Landwirtschaft bietet die F-Serie Saugpumpe eine leistungsstarke Alternative, die ebenfalls für weite Förderstrecken ausgelegt ist.
Was passiert, wenn der Druck einer Saugpumpe zu niedrig gewählt wird?
Wenn der Förderdruck einer Saugpumpe zu gering ausgelegt ist, schafft die Pumpe das Medium nicht bis ans Ziel oder fördert deutlich weniger als geplant. Im schlimmsten Fall bricht die Förderung vollständig zusammen, weil der Gegendruck in der Leitung den Pumpendruck übersteigt.
Neben dem offensichtlichen Ausfall gibt es subtilere Folgen: Die Pumpe arbeitet dauerhaft an ihrer Leistungsgrenze, was den Verschleiß an Stator und Rotor beschleunigt. Bei Exzenterschneckenpumpen äußert sich das häufig in vorzeitigem Statordurchbruch oder erhöhtem Energieverbrauch ohne entsprechenden Förderertrag.
Betreiber versuchen, dieses Problem manchmal durch höhere Drehzahl zu kompensieren. Das erhöht aber den Verschleiß weiter und kann bei Gülle oder Gärsubstrat mit Feststoffanteilen zu Kavitationserscheinungen oder Überhitzung führen. Die wirtschaftlichere Lösung ist von Anfang an eine korrekte Druckauslegung, gegebenenfalls kombiniert mit einem größeren Rohrdurchmesser zur Senkung des Reibungswiderstands. Wer Verschleißteile wie Statoren oder Rotoren schnell austauschen muss, findet bei APT ein umfangreiches Ersatzteillager für gängige Pumpentypen.
Wie beeinflusst das Fördermedium den Druckbedarf der Pumpe?
Das Fördermedium hat einen erheblichen Einfluss auf den Druckbedarf, weil Viskosität, Dichte und Feststoffgehalt den Strömungswiderstand in der Leitung direkt bestimmen. Gülle mit hohem Trockensubstanzgehalt oder Gärsubstrat aus Biogasanlagen verhält sich grundlegend anders als Wasser und erzeugt bei gleicher Leitungslänge deutlich höhere Reibungsverluste.
Dünnflüssige Gülle mit einem Trockensubstanzgehalt unter 5 Prozent lässt sich noch relativ gut pumpen. Steigt der Trockensubstanzgehalt auf 8 bis 12 Prozent, kann der Druckbedarf gegenüber Wasser um den Faktor zwei bis drei höher liegen. Gärsubstrat mit Strohanteilen oder Maissilage verhält sich noch anspruchsvoller und neigt dazu, bei zu geringer Strömungsgeschwindigkeit Ablagerungen in der Leitung zu bilden.
Für Biogasanlagen bedeutet das: Die Pumpenauslegung muss das spezifische Substrat berücksichtigen, nicht nur die geometrischen Leitungsparameter. Wer eine Saugpumpe für die Biogasanlage auswählt, sollte den Trockensubstanzgehalt und die Zusammensetzung des Substrats als Eingangsgröße für die Druckberechnung nutzen. Die APT B-Serie ist speziell für die Förderung viskoser und feststoffhaltiger Medien in Biogasanlagen ausgelegt und bewährt sich auch bei anspruchsvollen Substraten.
Abrasive Bestandteile wie Sand oder Steinchen erhöhen zusätzlich den mechanischen Verschleiß und können die effektive Fördermenge über die Zeit reduzieren, was den Druckbedarf indirekt weiter beeinflusst.
Wann sollte man eine Druckerhöhungsstation oder Zwischenpumpe einsetzen?
Eine Druckerhöhungsstation oder Zwischenpumpe ist sinnvoll, wenn die Förderstrecke so lang oder der Höhenunterschied so groß ist, dass eine einzelne Pumpe den erforderlichen Druck technisch nicht mehr aufbauen kann oder es wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre, eine entsprechend leistungsstarke Pumpe zu betreiben.
Als Faustformel gilt: Wenn der rechnerisch benötigte Förderdruck über 20 bis 24 bar liegt, stößt auch eine mehrstufige Exzenterschneckenpumpe an ihre konstruktiven Grenzen. In solchen Fällen teilt man die Förderstrecke in Abschnitte auf und setzt an einem Zwischenpunkt eine weitere Pumpe ein, die das Medium auf den nächsten Abschnitt weiterdrückt.
Zwischenpumpen kommen auch dann zum Einsatz, wenn die Topografie eine natürliche Unterbrechung erzwingt, etwa wenn das Medium zunächst bergab und dann wieder bergauf gefördert werden muss. Ohne Zwischenpumpe würde in solchen Fällen der Unterdruck auf der Saugseite zu groß werden.
Wirtschaftlich lohnt sich eine Zwischenpumpe außerdem, wenn die Alternative ein deutlich größerer Rohrdurchmesser wäre. Manchmal ist es günstiger, eine zweite kleinere Pumpe aufzustellen, als die gesamte Leitung auf einen größeren Querschnitt umzurüsten. Einen Überblick über das gesamte APT Pumpenprogramm hilft dabei, die wirtschaftlich sinnvollste Lösung für die jeweilige Fördersituation zu finden.
Wie APT bei der richtigen Druckauslegung unterstützt
APT Allgäuer Pumpen Technik bietet Pumpen und Beratung speziell für die Anforderungen in der Gülle- und Biogastechnik. Wer eine Saugpumpe für weite Förderstrecken plant, findet bei APT konkrete Unterstützung bei der Auslegung:
- Exzenterschneckenpumpen der B-Serie und F-Serie in verschiedenen Druckstufen, abgestimmt auf unterschiedliche Förderstrecken und Medien
- Technische Beratung zur Berechnung des Förderdrucks auf Basis von Leitungslänge, Höhenunterschied und Substratbeschaffenheit
- Umfangreiches Ersatzteillager mit Statoren, Rotoren und Verschleißteilen für schnellen Austausch bei Druckproblemen durch Verschleiß
- Erfahrung mit Förderaufgaben in Biogasanlagen und Landwirtschaft aus jahrzehntelanger Praxis
Wer unsicher ist, ob die vorhandene Pumpe für die geplante Förderstrecke ausreicht oder eine neue Anlage plant, kann direkt Kontakt mit APT aufnehmen und die Situation konkret besprechen.
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