Was ist der Unterschied zwischen Gülle pumpen und Gärrest pumpen?

Was ist der Unterschied zwischen Gülle pumpen und Gärrest pumpen?

Katharina Wall ·
Exzenterschneckenpumpe auf Betonboden eines Biogasbetriebs, verbunden mit Gärresteleitung und Schlauch für Gülle.

Gülle und Gärrest sind zwei verschiedene Medien mit unterschiedlichen Anforderungen an die Pumptechnik. Wer eine Güllepumpe einfach für den Gärrestbetrieb übernimmt, riskiert erhöhten Verschleiß, häufigere Ausfälle und kürzere Standzeiten. Die folgenden Fragen klären, worauf es beim Pumpen von Gülle und Gärresten jeweils ankommt und wann eine separate Pumpe sinnvoll ist.

Wie unterscheiden sich Gülle und Gärrest in ihrer Zusammensetzung?

Gülle besteht hauptsächlich aus Kot und Harn von Nutztieren, vermischt mit Wasser und Einstreu. Gärrest ist das Endprodukt einer Biogasanlage: ein Substrat, das den anaeroben Vergärungsprozess durchlaufen hat. Dabei verändern sich Viskosität, Trockensubstanzgehalt und die chemische Zusammensetzung des Materials erheblich im Vergleich zur unvergorenen Gülle.

Frische Rindergülle hat typischerweise einen Trockensubstanzgehalt von vier bis acht Prozent und ist vergleichsweise homogen. Gärreste hingegen können nach dem Vergärungsprozess sowohl sehr dünnflüssig als auch stark faserstoffhaltig sein, je nachdem, welche Substrate eingesetzt wurden. Maissilage, Grassilage oder Festmist als Co-Substrate hinterlassen Fasern und Partikel, die im Gärrest verbleiben und das Pumpverhalten deutlich beeinflussen.

Hinzu kommt der pH-Wert: Gärreste sind oft leicht alkalisch und können korrosiv auf bestimmte Materialien wirken. Der Ammoniakgehalt ist nach der Vergärung höher als in frischer Gülle, was ebenfalls Anforderungen an die verwendeten Dichtungswerkstoffe stellt.

Warum verschleißen Gärrestpumpen schneller als Güllepumpen?

Gärrestpumpen verschleißen schneller, weil Gärreste abrasiver und chemisch aggressiver sind als unvergorene Gülle. Der höhere Anteil an Faserstoffen, Sand und mineralischen Partikeln aus Co-Substraten reibt Stator und Rotor stärker ab. Gleichzeitig greifen erhöhte Ammoniakkonzentrationen und der veränderte pH-Wert die Elastomere im Stator an.

Bei Exzenterschneckenpumpen, die in Biogasanlagen häufig eingesetzt werden, ist der Stator das am stärksten beanspruchte Bauteil. Er besteht aus einem Elastomer, das sich unter dem Einfluss von Fasern, Schmutzpartikeln und aggressiven Flüssigkeiten schneller abnutzt als im reinen Gülleeinsatz. Wer Gärreste mit einer Pumpe fördert, die für Gülle ausgelegt ist, wird kürzere Wartungsintervalle und höhere Ersatzteilkosten bemerken.

Auch die Viskositätsschwankungen spielen eine Rolle. Gärreste können je nach Substratmix und Wassergehalt stark in ihrer Konsistenz variieren. Pumpen ohne ausreichende Leistungsreserve laufen dann gegen einen erhöhten Gegendruck, was Lager, Dichtungen und Antriebskomponenten zusätzlich belastet.

Welche Pumpentypen eignen sich für Gülle, welche für Gärreste?

Für Gülle eignen sich Kreiselpumpen, Tauchpumpen und Exzenterschneckenpumpen, abhängig von Fördervolumen und Konsistenz. Für Gärreste aus Biogasanlagen sind Exzenterschneckenpumpen klar die erste Wahl, weil sie pulsationsarm, schonend und auch bei höheren Feststoffanteilen zuverlässig fördern.

Güllpumpen im Überblick

Kreiselpumpen sind für dünnflüssige Gülle mit geringem Feststoffanteil geeignet und liefern hohe Fördermengen. Tauchpumpen werden direkt in der Güllegrube eingesetzt und sind wartungsarm. Exzenterschneckenpumpen kommen zum Einsatz, wenn die Gülle dickflüssiger ist oder präzise dosiert werden muss, etwa bei der Gülleausbringung über Schlauchsysteme.

Gärrestpumpen im Überblick

Bei Gärresten führt die Exzenterschneckenpumpe die Auswahl an. Sie fördert das Medium schonend und kontinuierlich, ohne die Faserstoffe zu zerkleinern oder zu verstopfen. Für den Einsatz in Biogasanlagen sollte die Pumpe speziell für diesen Zweck ausgelegt sein: mit abriebfestem Stator-Elastomer, großzügigen Wartungsöffnungen und der Möglichkeit, Fremdkörper wie Steine oder Metallteile schadlos zu passieren. Die B-Serie Saugpumpe von APT ist genau für solche Anforderungen konzipiert.

Welche Pumpeneigenschaften sind bei Gärresten besonders wichtig?

Bei Gärrestpumpen sind Abriebfestigkeit des Stators, Fremdkörpertoleranz und einfache Wartbarkeit die entscheidenden Eigenschaften. Wer diese Faktoren bei der Auswahl vernachlässigt, zahlt später mit häufigeren Ausfällen und höheren Betriebskosten.

  • Abriebfester Stator: Das Elastomer muss den Faserstoffen und mineralischen Partikeln aus Co-Substraten standhalten. Speziell für Biogasanwendungen entwickelte Elastomere halten deutlich länger als Standardmaterialien.
  • Fremdkörpertoleranz: Gärreste enthalten gelegentlich Steine, Draht oder andere Fremdkörper aus der Substratanlieferung. Die Pumpe sollte diese passieren lassen können, ohne sofort Schaden zu nehmen.
  • Wartungsöffnungen: Große, gut zugängliche Wartungsöffnungen verkürzen die Zeit für Stator- und Rotorwechsel erheblich, was bei regelmäßig anfallenden Wartungsarbeiten direkte Kosteneinsparungen bedeutet.
  • Drehzahlregelung: Eine variable Drehzahl erlaubt es, die Fördermenge an wechselnde Substratmengen und Viskositäten anzupassen, ohne die Pumpe zu überlasten.
  • Chemikalienbeständige Dichtungen: Ammoniakhaltige Gärreste greifen Standarddichtungen an. Beständige Werkstoffe verlängern die Standzeit deutlich.

Wann sollte man Gülle- und Gärrestpumpe nicht austauschen?

Gülle- und Gärrestpumpen sollte man nicht gegeneinander austauschen, wenn die Pumpe nicht für das jeweils andere Medium ausgelegt ist. Eine Güllepumpe im Gärrestbetrieb verschleißt schneller und kann ungeplante Ausfälle verursachen. Eine Gärrestpumpe in der Güllegrube ist zwar technisch möglich, aber oft überdimensioniert und unwirtschaftlich.

Konkret sollte man auf den Austausch verzichten, wenn:

  • der Stator der Güllepumpe aus einem Standard-Elastomer besteht, das nicht für abrasive Gärreste geeignet ist,
  • die Pumpenleistung nicht auf die höhere Viskosität von Gärresten ausgelegt ist,
  • die Dichtungswerkstoffe nicht ammoniakbeständig sind,
  • keine ausreichenden Wartungsöffnungen vorhanden sind, um den erhöhten Servicebedarf im Gärrestbetrieb wirtschaftlich abzudecken.

Viele Betreiber von Biogasanlagen, die gleichzeitig Landwirtschaft betreiben, nutzen für beide Bereiche separate Pumpen. Das erhöht zwar die Anschaffungskosten, senkt aber langfristig den Wartungsaufwand und vermeidet teure Ausfallzeiten zu ungünstigen Zeitpunkten, etwa während der Ausbringungssaison oder bei laufendem Biogasbetrieb.

Wie APT bei der richtigen Pumpenauswahl hilft

APT Allgäuer Pumpen Technik entwickelt und fertigt Exzenterschneckenpumpen, die gezielt auf die Anforderungen von Gülle- und Gärrestförderung ausgelegt sind. Wer unsicher ist, ob die vorhandene Pumpe für den geplanten Einsatz geeignet ist, oder wer eine neue Pumpe für den Gärrestbetrieb sucht, findet bei APT konkrete Antworten statt allgemeiner Empfehlungen.

  • Pumpen der B-Serie mit abriebfesten Elastomeren für den Gärresteinsatz in Biogasanlagen
  • Großzügige Wartungsöffnungen für schnellen Stator- und Rotorwechsel
  • Fremdkörpertoleranz für den rauen Alltag mit wechselnden Substraten
  • Umfangreiches Ersatzteillager mit Statoren, Rotoren und Dichtungen für gängige Pumpenhersteller
  • Persönliche Beratung durch erfahrene Techniker mit Praxiswissen aus Landwirtschaft und Biogastechnik

Nehmen Sie direkt Kontakt mit APT auf, um die passende Pumpenlösung für Ihren Betrieb zu besprechen.

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