Die Frage, welche Pumpe bis zum Boden saugt, lässt sich klar beantworten: Exzenterschneckenpumpen sind in der Landwirtschaft und in Biogasanlagen die zuverlässigste Wahl, wenn es darum geht, Behälter nahezu vollständig zu entleeren. Ihr kontinuierlicher Förderfluss und die Fähigkeit, auch zähflüssige Medien wie Gülle oder Gärsubstrat anzusaugen, machen sie besonders geeignet für Anwendungen, bei denen Restmengen am Boden nicht akzeptabel sind. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Restentleerung, Saugtiefe und Verschleiß.
Welche Pumpentypen erreichen eine vollständige Restentleerung?
Exzenterschneckenpumpen und bestimmte Membranpumpen sind die Pumpentypen, die einer vollständigen Restentleerung am nächsten kommen. Während Kreiselpumpen bei sinkenden Füllständen schnell an Saugleistung verlieren und Luft ziehen, arbeiten Exzenterschneckenpumpen volumetrisch und fördern das Medium bis zum letzten Rest im Ansaugbereich.
Der Grund liegt im Funktionsprinzip: Eine Exzenterschneckenpumpe erzeugt durch die Drehbewegung des Rotors im Stator geschlossene Förderkammern, die das Medium mechanisch vorwärtsschieben. Dieser Mechanismus ist weitgehend unabhängig vom hydrostatischen Druck, weshalb die Pumpe auch bei sehr niedrigem Füllstand noch ansaugen kann. Membranpumpen können Ähnliches leisten, sind aber bei dickflüssigen Medien wie Gülle oder Substrat weniger geeignet.
Für die Gülletechnik und Biogasanlagen hat sich die Exzenterschneckenpumpe deshalb als Standardlösung etabliert, wenn eine möglichst vollständige Entleerung gefordert ist.
Wie funktioniert das Ansaugen von zähflüssigen Medien am Behälterboden?
Beim Ansaugen von zähflüssigen Medien am Behälterboden entsteht durch die Pumpenbewegung ein Unterdruck am Einlass, der das Medium in Richtung Pumpe zieht. Je höher die Viskosität des Mediums, desto größer muss die Saugkraft sein, und desto kürzer sollte die Ansaugleitung gehalten werden.
Gülle, Gärsubstrat oder Dickschlamm fließen nicht so leicht wie Wasser. Sie neigen dazu, am Boden zu verbleiben und den Ansaugbereich zu blockieren, wenn die Pumpe nicht ausreichend Unterdruck aufbaut. Exzenterschneckenpumpen sind hier im Vorteil, weil sie das Medium aktiv greifen und in die Förderkammern ziehen, anstatt nur auf Schwerkraft oder Druckgefälle zu warten.
Praktisch bedeutet das: Die Ansaugleitung sollte so kurz und gerade wie möglich verlaufen, der Durchmesser muss zum Medium passen, und die Drehzahl der Pumpe sollte an die Viskosität angepasst werden. Eine zu hohe Drehzahl bei dickflüssigem Medium führt zu Kavitation und erhöhtem Verschleiß.
Was ist der Unterschied zwischen Saug- und Einpresspumpe beim Bodenabsaugen?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Einbauposition und der Förderrichtung. Eine Saugpumpe steht außerhalb des Behälters und zieht das Medium durch eine Leitung an. Eine Einpresspumpe wird direkt in den Behälter oder in die Leitung eingebaut und drückt das Medium aktiv vorwärts.
Beim Bodenabsaugen hat die Saugpumpe den Vorteil, dass sie leicht zugänglich bleibt und ohne Behältereintritt gewartet werden kann. Ihre Leistung hängt jedoch stark von der Saughöhe und der Leitungslänge ab. Wird die geodätische Saughöhe zu groß, verliert die Pumpe an Effizienz oder saugt gar nicht mehr an.
Die Einpresspumpe umgeht dieses Problem, weil sie direkt am Medium sitzt. Sie ist besonders sinnvoll, wenn der Behälter tief liegt oder wenn das Medium so zähflüssig ist, dass eine längere Saugleitung nicht praktikabel wäre. In der Biogastechnik werden Einpresspumpen häufig genutzt, um Substrat direkt aus dem Vorlagebehälter in den Fermenter zu drücken.
Wann ist eine Exzenterschneckenpumpe die richtige Wahl?
Eine Exzenterschneckenpumpe ist die richtige Wahl, wenn das zu fördernde Medium viskos, feststoffhaltig oder empfindlich gegenüber Scherkräften ist und wenn gleichzeitig eine gleichmäßige, pulsationsarme Förderung gefragt ist. Das gilt besonders für Gülle, Gärsubstrat, Dickschlamm und ähnliche Medien in der Landwirtschaft und Biogastechnik.
Im Vergleich zu Kreiselpumpen arbeitet die Exzenterschneckenpumpe schonender gegenüber dem Medium und liefert einen kontinuierlichen Volumenstrom ohne starke Druckschwankungen. Das ist wichtig, wenn Leitungen oder nachgeschaltete Anlagenteile empfindlich auf Stöße reagieren.
Außerdem eignet sich die Exzenterschneckenpumpe gut für Dosieraufgaben, weil der Volumenstrom direkt über die Drehzahl gesteuert werden kann. Wer also nicht nur entleeren, sondern auch präzise dosieren möchte, findet in dieser Pumpenbauart eine vielseitige Lösung. Die B-Serie Saugpumpe ist ein typisches Beispiel für eine Exzenterschneckenpumpe, die speziell für diese Anforderungen ausgelegt ist.
Wie tief kann eine Exzenterschneckenpumpe ansaugen?
Eine Exzenterschneckenpumpe kann unter günstigen Bedingungen Saughöhen von bis zu 8 Metern bei Wasser erreichen. Bei zähflüssigen Medien wie Gülle reduziert sich dieser Wert deutlich, in der Praxis liegt er oft zwischen 2 und 5 Metern, abhängig von Viskosität, Leitungsdurchmesser und Drehzahl.
Die theoretisch mögliche Saughöhe ergibt sich aus dem atmosphärischen Druck, der dem Medium entgegenwirkt. In der Praxis spielen aber Reibungsverluste in der Leitung, die Viskosität des Mediums und der Zustand der Pumpe eine entscheidende Rolle. Verstopfte Ansaugsiebe, zu enge Leitungen oder ein verschlissener Stator können die tatsächliche Saugtiefe erheblich verringern.
Für Anwendungen, bei denen der Behälterboden weit unterhalb der Pumpe liegt, empfiehlt sich eine Einpresspumpe oder eine tauchfähige Ausführung. Alternativ kann die Exzenterschneckenpumpe tiefer positioniert werden, um die Saughöhe zu reduzieren.
Welche Verschleißteile sind bei Bodensaugpumpen besonders wichtig?
Bei Pumpen, die regelmäßig zähflüssige Medien aus dem Bodenbereich ansaugen, sind Stator und Rotor die am stärksten beanspruchten Bauteile. Der Stator aus Elastomer nutzt sich durch den ständigen Kontakt mit dem Rotor und durch abrasive Feststoffe im Medium ab. Ist er verschlissen, verliert die Pumpe Druck und Volumenstrom.
Neben Stator und Rotor gehören folgende Bauteile zur regelmäßigen Kontrolle:
- Kardangelenke und Gelenkstangen, die die exzentrische Bewegung des Rotors übertragen und bei hoher Belastung brechen können
- Wellendichtungen, die verhindern, dass Medium in das Lager eindringt
- Ansaugsiebe und Einlaufgehäuse, die bei feststoffhaltigem Medium schnell zusetzen
Wer den Wartungsbedarf im Blick behält und Verschleißteile rechtzeitig tauscht, verlängert die Lebensdauer der gesamten Pumpe erheblich. Besonders bei Bodensauganwendungen, wo die Pumpe häufig unter Last läuft und gelegentlich Luft zieht, ist ein regelmäßiger Wartungsrhythmus sinnvoll.
Wie APT bei der Wahl der richtigen Bodensaugpumpe hilft
APT Allgäuer Pumpentechnik liefert Exzenterschneckenpumpen und Ersatzteile, die speziell auf die Anforderungen der Gülletechnik und Biogasanlagen ausgelegt sind. Wer eine Pumpe sucht, die sicher bis zum Boden saugt, findet bei APT konkrete Lösungen:
- Eigene Exzenterschneckenpumpen der B-Serie als robuste Saugpumpen für Gülle und Gärsubstrat
- Ersatzteile wie Statoren, Rotoren, Kardangelenke und Dichtungen für Pumpen namhafter Hersteller
- Beratung zur richtigen Pumpenauswahl abhängig von Medium, Saughöhe und Einsatzbedingungen
Wer unsicher ist, welche Pumpe für seinen Behälter und sein Medium passt, kann sich direkt an APT wenden. Über die Kontaktseite ist das Team erreichbar und hilft dabei, die passende Lösung zu finden.
